Brandenburger Frauenwoche: Was geht mich der Klimawandel an?

13.03.18

Im Rahmen der 28. Brandenburgischen Frauenwoche hatte der Kreisverband Potsdam-Mittelmark von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN am Montag, den 12. März 2018 nach Borkheide zu einem klimapolitischen Frauentalk eingeladen. Zusammen mit Heide Schinowsky, energiepolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion Brandenburg, sollte Fragen zum Klimaschutz und der persönlichen Betroffenheit nachgegangen werden.

Elke Seidel, Vorsitzende der bündnisgrünen Kreistagsfraktion Potsdam-Mittelmark und Mitglied im Vorstand des Kreisverbandes, erläuterte zu Beginn, dass die Idee zu dieser Veranstaltung im Rahmen eines Gesprächs der Frauen des Kreistags Potsdam-Mittelmark mit der Landesgleichstellungsbeauftragten Monika von der Lippe entstanden war.

Heide Schinowsky gab zunächst eine kurze Einführung in das Thema Klimawandel und Energiepolitik. Darin stellte sie u. a. sehr plastisch dar, welche Auswirkungen der Klimawandel weltweit und auch in Brandenburg bereits jetzt schon hat – und in Zukunft noch verstärkt haben wird. In Bangladesh sind beispielsweise Millionen Menschen heimatlos geworden, weil der um einen Meter angestiegene Meeresspiegel ihr Land überschwemmt hat. In Brandenburg wird laut Studien des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung zukünftig die durchschnittliche Niederschlagsmenge weiter abnehmen, während auf der anderen Seite Hochwasserereignisse deutlich zunehmen werden.

Umso wichtiger sei die Aufgabe, den menschgemachten Klimawandel zu begrenzen – und sich den Problemen, die es bei der Umsetzung der Energiewende gibt, zu stellen. Die Senkung des CO2-Ausstoß sei Gebot der Stunde; deshalb müsse dringend ein Kohleausstiegs-Fahrplan festgelegt werden. Heide Schinowsky betonte die Vorbildfunktion, die Deutschland international bei der Einhaltung der Klimaziele innehabe – und wie verheerend deswegen die laxe Haltung der Bundes- und Landesregierung dazu sei.

Die Frage aus dem Publikum nach der Versorgungssicherheit bei einem Ausstieg aus der Kohle beantwortete sie u. a. auch mit erheblichen Gaskapazitäten, die aktuell ungenutzt blieben, weil das Gas von der billigeren Kohle vom Markt verdrängt werde – diese Kapazitäten könnten theoretisch die gesamten Kohlekapazitäten in Deutschland ersetzen. Auch wenn das Erdgas ebenso wie Kohle ein fossiler Energieträger sei, so sei die Klimabilanz dennoch wesentlich günstiger. Letztlich könne man aber davon ausgehen, dass in einem technisch derart hoch entwickelten Land wie Deutschland die technischen Probleme, die es zur Zeit im Zusammenhang mit der Energiewende noch gibt, auch gelöst werden können.

Frau Zeidler aus Borkheide wies in der Diskussion darauf hin, dass dem Klimawandel auch in anderen Bereichen viel stärker entgegengewirkt werden müsse – es sei nicht zu verstehen, dass die Autobahn auf acht Spuren erweitert und der Flugverkehr erheblich subventioniert wird, während gleichzeitig die Fahrkarten im öffentlichen Nahverkehr immer teurer würden. Schließlich drehte sich die Diskussion auch um die Frage der Landnutzung – und wie die ursprünglich energiepolitisch gut gemeinte Förderung von Biogasanlagen dazu geführt hat, dass der Mais als Ackerfrucht die Landschaft inzwischen weitgehend dominiere. In diesem Zusammenhang wies Elke Seidel darauf hin, dass grundsätzlich eine andere Form der Landnutzung nötig sei – mit einer sehr viel kleinteiligeren Bewirtschaftung und einer nachhaltigen Wasserwirtschaft. Nicht zuletzt kamen aus dem Publikum viele Fragen zu den aktuell enormen Holzeinschlägen in Brandenburger Wäldern – die nach Meinung vieler Teilnehmer*innen der Veranstaltung in krassem Gegensatz zu einer nachhaltigen Klimapolitik stünden.

Als Dankeschön für ihr Kommen bekam Heide Schinowsky am Ende eine kleine Nachtlampe für ihre zweijährige Tochter geschenkt, die Heribert Heyden aus Borkwalde im Rahmen seines persönlichen Recyclingprojektes gebaut hatte – dabei nutzt er ausgediente Glühlampen, in die er kleine LED-Lampen einsetzt und sie auf diese Weise einer Zweitnutzung zuführt.

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