Präambel

Die Kommunalwahlen 2019 finden in einer Zeit inzwischen deutlich spürbarer klimatischer Veränderungen statt. Dürre, Starkregen, Landerosionen, Waldbrände, Überschwemmungen und Hitzestress begleiten uns durch die Jahre. Die Wahlperiode endet 2024 mit der Landratswahl und eine grüne Kandidatin wird sich zur Wahl stellen – dafür streiten wir mit aller Kraft!

2019 ist ein Wendepunkt, Grüne - macht Euch auf die Socken, fertig, los!

Potsdam-Mittelmark - wirtschaftlich stark und zukunftsweisend, ökologisch korrekt und Vorbild, sozial gerecht und verlässlich.  

 

Unsere Ziele

1 Ökologie


1 Ökologie


Der Sommer 2018 hat den Menschen in Potsdam-Mittelmark vor Augen geführt, dass 
der Klimawandel auch bei uns statt finden und Folgen haben wird.
Rekordwetterlagen in immer häufigerer Folge, wie die noch nie da gewesene Trockenheit, die bis in die nächsten Jahre nachwirkt, extreme Hitze und zwei 
große Waldbrände, durch die Menschen in ihren Siedlungen unmittelbar bedroht wurden, sind unübersehbare Zeichen dafür, dass die Erderwärmung stetig zunimmt.
Wir möchten unseren Teil dazu tun, dass unsere Erde trotz Klimawandels ein lebenswerter Planet bleibt. Hierzu wird ein Abbremsen des Temperaturanstiegs unabdingbar sein. Dies wird nur durch eine zügige Beendigung der Energiegewinnung aus fossilen Trägern wie Öl, Kohle und Gas bei gleichzeitiger Verhinderung von zusätzlichen CO2-Einträgen gelingen wird. 



Erneuerbare Energien 


• Der Umstieg auf erneuerbare Energien bietet für alle Bürger*innen im Landkreis auch Chancen.

• Für die Entwicklung des Landkreises brauchen wir Strom und Wärme. Wir setzen uns dafür ein, dass sie erneuerbar ist.

• Unser Ziel: nachdem 100% des Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen erzeugt wird, soll auch die Wärmewende für Potsdam-Mittelmark kommen.

Wir wollen

• die Errichtung eines Kreiswerkes analog bekannter Stadtwerke voran
bringen. Darum sollte sich der Kreis hier aktiv einbringen und seine Steuerungsfunktion auch erfüllen können. Speichertechnologien, Spitzenlastpuffer und die Wasserstofferzeugung aus Windstrom sind konkrete Handlungsfelder für ein Kreiswerk. Die Politik braucht ein Werkzeug in der Hand, um unmittelbar den ökologischen Umbau unserer Energieversorgung im Sinne der Menschen steuern zu können,

• verbesserte Beratungsangebote des Landkreises für Energie- und Verkehrsumsteiger*innen. Energiegenossenschaften bedeuten optimale Beteiligung der Menschen an der Energiewende. Ein zentrales Beratungszentrum mit Beispiellösungen zeigt die Möglichkeiten im Landkreis. (siehe z.B. Bottrop ),

• sicherstellen, dass die Maßnahmen des aktuellen Klimaschutzkonzeptes für Potsdam-Mittelmark keine Schaufensterprojekte bleiben,

• bei Bauvorhaben des Landkreises sicherstellen, dass die Dachflächen für Solaranlagen genutzt bzw. vorbereitet sind,

• mit einer vernünftigen Planung durchsetzen, dass Windenergieanlagen im Konsenz mit den Gemeinden errichtet werden. Windenergie gehört nicht in den Wald und braucht einen schonenden Abstand zu unseren Wohnungen und Häusern. Akzeptanz ist der Schlüssel zum weiteren Ausbau der Windenergie. Beteiligung und Partizipation an den Erträgen vor Ort gehört in den Fokus.

• Wir wollen Biogas und Biokraftstoffe nur aus Bioabfällen und Dung. Futter und Nahrung gehören nicht in den Tank.


Verkehr, ÖPNV

• Der ÖPNV braucht eine echte Weiterentwicklung. Die Neustrukturierung der kreiseigenen Busgesellschaft regiobus muss der Innovationsmotor für den ÖPNV werden. Dazu gehört, bisherige Konzepte auch bewusst zu verbreitern. Wir wollen konkrete Projekte, die die neuen Möglichkeiten der Vernetzung, der Autonomie und der technischen Entwicklung für den ÖPNV nutzen. Autonome Mikrobusse, Carsharing, erweiterte Fahrgastinfo-Systeme und die elektrische Umstellung der Busflotte sind konkrete Handlungsfelder, deren Entwicklung zu prüfen ist.

• Dazu gehört auch eine ernsthafte, technologisch neutrale Prüfung einer schienengebundenen Verbindung von Teltow über Stahnsdorf nach Potsdam in der Hand der regiobus Potsdam-Mittelmark GmbH. Der zunehmende Pendelverkehr von und nach Potsdam verlängert die Fahrzeiten der bestehenden Buslinien und bringt sie in den Stoßzeiten an ihre Kapazitätsgrenzen. Beides vermindert die Attraktivität des ÖPNV. Für die Zukunft braucht es daher neue, tragfähige Konzepte, die auch langfristig funktionieren.

• Wir wollen die weitere Optimierung der Vertaktung mit allen benachbarten Verkehrsträgern, um kürzere Fahr- und Umstiegszeiten zu erreichen. Im Rahmen des VBB muss dazu die Zusammenarbeit mit Berlin und Potsdam verbessert werden. Das Denken orientiert sich noch immer zu sehr an den kommunalen Grenzen.

• Das Fahrrad muss endlich als gleichberechtigter Verkehrsträger Teil der Lösung der Verkehrsprobleme werden. Wir wollen ein neues Radschnellwegekonzept, da durch e-Bikes auch größere Entfernungen schnell per Fahrrad überbrückt werden können.

• Der Landkreis sollte den Umstieg auf e-Mobilität durch ein Wallbox- Programm fördern. Das umfasst insbesondere auch die eigenen Verwaltungsstandorte des Landkreises.

2 Natur- und Landschaftsschutz

2 Natur- und Landschaftsschutz

Wir wollen die Naturparks im Landkreis erhalten, entwickeln und vernetzen. Die Beteiligung an den drei Naturparks muss genutzt werden, um den Biotopverbund auszubauen. 

BÜDNIS 90/ DIE GRÜNEN wollen stärker auf die Landwirt*innen als die wichtigsten Flächennutzer zugehen und aktiv für eine naturfreundlichere Landwirtschaft werben. Dazu gehört auch, die Fördermöglichkeiten durch das Natura 2000 Programm der EU zu nutzen. 

Wir setzen sich für eine ökologisch und kulturell wertvolle Landesgartenschau 2022 in Beelitz ein, welche die Entwicklung von Stadt und Umland dauerhaft positiv beeinflusst. Die Themen Nachhaltigkeit, regionales Wirtschaften und Klimaschutz müssen klar im Vordergrund stehen.

Wir wollen 


• den Erhalt der Biodiversität gewährleisten, wozu wir eine vielfältigere Landschaftsgestaltung brauchen. So wollen wir bei den Landwirten werben, dass sie verstärkt Blühstreifen und Flächen mit Blütenpflanzen anlegen,
auf renditefördernde Großfelder mit Monokulturen bis zur Straßenböschung verzichten,

• dass, das Natura 2000 Programm genutzt wird, um mehr landwirtschaftliche Betriebe in den Genuss von EU-Förderungen kommen zu lassen. Dazu ist der zuständige Fachdienst der Kreisverwaltung gegebenenfalls aufzustocken bzw. von anderen Aufgaben zu entlasten,

• eine abfallarme und CO2-neutrale Landesgartenschau, versorgt mit Speisen und Getränken sowie Ökostrom aus der Region. Die Einbeziehung von Bürger*innen, Vereinen und lokalen Initiativen in die Gestaltung der Landesgartenschau muss gewährleistet sein.

3 Landwirtschaft


3 Landwirtschaft


Unser Blick richtet sich auf die ländlichen Strukturen, um lebendige Dörfer und Gemeinden im Landkreis zu erhalten und zu fördern. Dafür braucht es in den Dörfern Infrastruktur wie Einkaufsmöglichkeiten, Gesundheitsversorgung, 
Bildungsangebote und einen gute Internetversorgung.

Umso wichtiger ist es, Ökolandbau und kleine bäuerliche Betriebe durch spürbare Präsenz des Landkreises zu unterstützen. Hier kommen insbesondere Elemente der Wirtschaftsförderung in Betracht. Mit Berlin liegt ein riesiger, stetig wachsender Markt für ökologisch und nachhaltig produzierte Lebensmittel direkt vor der Haustür. Schon jetzt kann der Berliner Bedarf nicht aus dem Umland gedeckt werden. Die Chancen eines Umbaus hin zum ökologischen Landbau mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln aus regionaler und saisonaler Produktion müssen deshalb genutzt werden. 


Das Tierwohl ist uns sehr wichtig. Daher sollen die Tierschutzbehörden so gestellt werden, dass sie zeitnah kontrollieren sowie fachlich kompetente Einschätzungen und Vorschläge machen können. Insbesondere der Einsatz von Antibiotika sollte durch aktive Maßnahmen gesenkt werden.

Die Grundwasserbestände sind zu überwachen. Dazu gehört auch die Überwachung von die Lagerung und Ausbringung von Gülle zu überwachen, damit zu hohe Nitrateinträge verhindert werden. Für einen effektiven Schutz der Gewässer wollen wir ein Gewässerrandstreifenprogramm unterstützen. Moorflächen müssen erhalten und geschützt werden.

Wir wollen 


• ein Forum für ökologische Landwirtschaft für Verbraucher*innen und Erzeuger*innen einrichten, das die Nachfrage aus den Städten und der Metropole aufnimmt und den Bedarf für die Landwirtschaft auslotet,

• eine verbesserte Personalausstattung der mit landwirtschaftlichen
Kontroll- und Genehmigungsaufgaben betrauten Fachdienste des Landkreises,

• die Stärkung der sozialen Strukturen in den Dörfern und die Stärkung der sozialen Strukturen in den Dörfern und Gemeinden.

4 Wirtschaft


4 Wirtschaft


Die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises hat in den letzten Jahren einen positiven Verlauf genommen. Jedoch sind Zuwächse und Dynamik ungleich verteilt. Die berlinnahen Städte und Gemeinden in Potsdam-Mittelmark haben davon überproportional profitiert. Die Entwicklung der ländlich geprägten Räume ist aber nicht im gleichen Umfang erfolgt. Sowohl die kreiseigenen Betriebe als auch die Wirtschaftsförderung sind die Instrumente, um die Entwicklung zu beeinflussen. Umso wichtiger ist es, dass der Landkreis diese Möglichkeiten aktiv nutzt.

Wir wollen 


• die Ansiedlung von innovativen Unternehmen rund um erneuerbare Energien und e-Mobilität im ländlichen Raum. Ein kreiseigenes Unternehmen nach dem Vorbild des Stadtwerke-Modells soll diese Entwicklung befördern und Arbeitsplätze im ländlichen Raum schaffen helfen,

• das Wirtschaftsforum PM zur Vernetzung von Industrie, Gewerbe, Forschung und Landkreis aktiv unterstützen und für konkrete Projekte nutzen,

• den digitalen Netzausbau für alle Regionen des Landkreises beschleunigen,

• Neugründungen brauchen neben einer fördernden Bürokratie vor allem Arbeitsräume und Infrastruktur. Dazu zählen aber nicht mehr in erster
Linie neue große Gewerbegebiete sondern oftmals Platz in attraktiven Bürogemeinschaften. Neben dem Technologiezentrum Teltow als kreiseigenes Unternehmen fördern wir hierzu auch private Initiativen, die in historischen Gebäuden solche Arbeits- und Kommunikationsmöglichkeiten schaffen,

• Wir möchten auch an einer Gründerinitiative in PM arbeiten, die vor allem in den Schulen das Fach Wirtschaft stärker gewichtet.

• Wir wollen den fairen Handel bei uns vor Ort unterstützen und uns dafür einsetzen, dass Potsdam-Mittelmark Fairtrade-Landkreis wird.

5 Finanzen / Verwaltung


5 Finanzen / Verwaltung


Die finanzielle Situation im Landkreis hat sich trotz steigender Ausgaben in den vergangenen Jahren verbessert. Im Spannungsfeld zwischen sinkender Kreisumlage und Kreishaushalt lassen wir uns jedoch von der Aufgabe leiten, die Lebensverhältnisse im Landkreis solidarisch auszugleichen. Das Werkzeug für begrenzte Beihilfen an die Gemeinden ist das Kreisentwicklungsbudget. Weder im Umfang noch in der Funktion wird das Kreisentwicklungsbudget bisher jedoch diesem Anspruch wirklich gerecht. Wir 
wollen es darum in Umfang, Zielrichtung und Anspruchsverfahren aufzustocken und neu auszurichten. Es muss möglich werden, dringend notwendige Investitionen im Bereich der pflichtigen Aufgaben der Städte und Gemeinden anlassbezogen und zielgerichtet unterstützen zu können.

In der Frage der Entwicklung der Kreisverwaltung ist uns wichtig, dass wir eine moderne und leistungsfähige Verwaltung erhalten und entwickeln. Dabei sehen wir den Einsatz moderner Techniken ebenso wichtig an, wie die Attraktivität der Arbeitsplätze.

Eine erweiterte Partizipation der Bürger*innen kann auch durch einen Bürgerhaushalt erreicht werden. Dieses Element ist allgemein anerkannt für die zusätzliche Transparenz und Einbindung der Bürger*innen.

Wir wollen

• eine stabile und gerechte Kreisumlage, die nicht von kurzfristigen politischen Interessen abhängt,

• das Kreisentwicklungsbudget weiter entwickeln und aufstocken. eine stärkere ökologische Ausrichtung,

• die Verwaltung des Landkreises organisatorisch und digital erneuern, um die Angebote für die Bürger*innen zu verbessern und die Effizienz zu steigern. Nur mit einer modern aufgestellten Verwaltung ist es möglich, die Verwaltungsaufgaben auch zukünftig fachgerecht zu bewältigen,

• erstmalig im Landkreis Potsdam-Mittelmark einen Bürgerhaushalt etablieren.

6 Ordnung und Sicherheit

6 Ordnung und Sicherheit

BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN unterstützt die Bemühungen der Kreisverwaltung, mit der Schaffung von neuen Rettungswachen den gesetzlichen Anforderungen in diesem Bereich gerecht zu werden. Der vergangene Sommer hat mit seiner außergewöhnlichen Trockenheit und zwei großen Waldbränden aufgezeigt, dass der Klimawandel auch schnell zu einer konkreten, existenziellen Gefahr für die Menschen werden kann. Für die Zukunft müssen nach Auswertung der Schadensereignisse 2018 die Planungen des Katastrophenschutzes überprüft werden. Gleichzeitig muss geprüft werden, ob alle Maßnahmen des präventiven Brandschutzes erfüllt sind. Dazu gehört die Pflege von Brandschutzschneisen, die Überwachung von Wasserentnahmestellen und die Anlage von Brunnen in Waldbrandgefährdungsbereichen. 


Der zunehmende Verkehr durch unseren Landkreis insbesondere auf den Autobahnen führt zu steigenden Unfallzahlen. Dabei sind häufig LKWs betroffen, deren Ladung im Unglücksfalle die zuständigen freiwilligen Feuerwehren entlang der Autobahn schnell an ihre Leistungsgrenzen führen kann. Für die Gemeinden entstehen dadurch weitere Belastungen. Hier sind zusätzliche Hilfen notwendig.

Mit der kommenden Sitzungsperiode des Kreistages muss erneut die Frage der Organisation unseres Rettungsdienstes beantwortet werden. Das bisherige Ausschreibungsverfahren hat aufgezeigt, dass es nicht geeignet ist, die eigentlichen Herausforderungen für die Zukunft zu bewältigen. So konnte in der Ausschreibungsrunde 2018 nicht für alle Bereiche des Landkreises überhaupt ein Anbieter gefunden werden. BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN treten nach wie vor für einen kommunalisierten Rettungsdienst ein. Nur so kann sichergestellt werden, dass diese so wichtige Aufgabe der Daseinsvorsorge mit einer leistungsfähigen Organisation flächendeckend erfüllt wird. Gleichzeitig kann über die Ansiedlung des Unternehmens im Landkreis ein Impuls für den ländlichen Raum erfolgen.

Wir wollen 


• eine Anpassung der Ausrüstung der Feuerwehren für große Waldbrandereignisse,

• die Ergänzung der Brandschutz- und Einsatzpläne auf Grundlage der Erkenntnisse aus dem Sommer 2018,

• einen planmäßigen Waldumbau zum Mischwald,

• die Kommunalisierung des Rettungsdienstes als kreiseigenes Unternehmen.

7 Wohnen und Bauen

7 Wohnen und Bauen

Die Einflussmöglichkeiten des Landkreises im Bereich des Wohnungsbaus sind begrenzt. Wohnungsbau bedingt auch neue Infrastruktur wie Straßen, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten etc. Die wesentlichen Entscheidungen fallen auf Gemeindeebene. Deshalb braucht es auch im Wohnungsbau neue Konzepte, welche die Flächenversiegelung begrenzen, dem Bedarf an zusätzlichem Wohnraum aber trotzdem gerecht werden. 


Wir wollen

• die ökologischen und energetischen Möglichkeiten der Bauordnung stärker nutzen,

• Flächenversiegelung begrenzen
ein kommunales Forum „Bauen und Wohnen“ initiieren,

• den Erhalt, die Sanierung und sinnvolle Nachnutzung kreiseigener historischer Gebäude fördern,

• sozial geprägten Wohnungsbau unterstützen.

8 Digitale Infrastruktur

8 Digitale Infrastruktur

Die digitale Infrastruktur des Landkreises lässt nach wie vor zu wünschen übrig. Laufende Förderprogramme werden diese Situation zukünftig in Teilen verbessern. Dabei handelt es sich aber nur um Maßnahmen zu Erhöhung von Zugänglichkeit und Bandbreite zum Internet. Mit dem Gesetz zur Verbesserung des Onlinezugangs sind die meisten Verwaltungsdienstleistungen bis 2022 zugänglich zu machen. Der Nachholbedarf der Bürger, der Wirtschaft, der Verwaltung und der Schulen sind unverändert hoch. Die Digitalisierung ist ein übergreifendes Thema über alle wesentlichen Strukturen. Mit der gewonnen Infrastruktur muss ein konkreter Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen. Deshalb sollten die Aktivitäten des Landkreises dazu gebündelt und in einem eigenen Fachbereich der Verwaltung abgebildet werden. Andere Landkreise machen dies längst vor. 


Wir wollen 


• einen Fachbereich „Digitalisierung und IT“ in der Kreisverwaltung,

• ein Verwaltungsportal des Landkreises für digitale Behördengänge gemäß des Gesetzes zur Verbesserung des Onlinezugangs,

• ein Programm zur Errichtung von WLAN-Hotspots an touristischen und anderen relevanten Orten,

• den Ausbau von W-LAN im ÖPNV und an den Umsteige-Knotenpunkten

• ein frühzeitiges Gesamtkonzept zur Digitalisierung der Schulen im Landkreis in Anbetracht der bevorstehenden Förderung durch den Bund.

9 Das Miteinander sozial gestalten

9 Das Miteinander sozial gestalten

Der soziale Leistungsbereich macht den größten Anteil am Haushaltsvolumen des Landkreises Potsdam-Mittelmark aus. Dazu zählen sowohl die Leistungen für Menschen mit Behinderungen als auch die Leistungen der Arbeitslosenhilfe, der Grundsicherung, der Altenhilfe und für Geflüchtete und Asylbewerber*innen. 


In enger Zusammenarbeit mit den vielfältigen sozialen Einrichtungen und ehrenamtlichen Initiativen setzen wir uns für umfassende Hilfe- und Unterstützungsangeboten ein - etwa für Familien, für Heranwachsende, Senior*innen, Migrant*innen und Menschen mit Behinderung, die Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben mitten in der Gesellschaft für alle ermöglichen. Entscheidend ist dabei eine gute Vernetzung der Beratungsstellen, um bei multiplen Problemlagen effektiv helfen zu können. 


Wir wollen einen ”PM Teilhabepass ” einführen, der einkommensschwachen Familien, eine kostengünstige Nutzung von kommunalen Angeboten im Freizeit- und Bildungsbereich ermöglicht. Eine Ombudsfrau bzw. ein Ombudsmann soll als zentrale Anlaufstelle für alle Bezieher*innen von Hilfeleistungen zur Unterstützung bei Schwierigkeiten mit Jobcentern und Sozialämtern dienen, damit Probleme schnell und außergerichtlich geklärt werden können. Der Bedarf an Sozialwohnungen und preiswerten Mietwohnungen ist im ganzen Landkreis unbestritten. Insbesondere in den Städten und Gemeinden, die an Potsdam und Berlin angrenzen, ist bezahlbarer Wohnraum knapp geworden. Wir Grünen fordern daher die Erstellung eines Konzepts zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus in Potsdam-Mittelmark. 


Wir GRÜNEN stehen für eine moderne Frauen- und Gleichstellungspolitik, die wir als Querschnittsaufgabe in allen gesellschaftlichen Bereichen und Politikfeldern umsetzen wollen. Gerade wir GRÜNEN haben mit unserer Gleichstellungspolitik die gesellschaftlichen Verhältnisse stark verändert — wenn wir auch noch nicht am Ziel sind. Denn noch immer tragen Frauen die Hauptlast bei der Erziehung von Kindern und der Pflege von Angehörigen, noch immer sind sie in den Führungs- und Leitungsebenen von öffentlichen und privaten Unternehmen sowie in Behörden und Ämtern deutlich unterrepräsentiert . Wir treten deshalb für eine konsequente Frauenförderpolitik und eine Überprüfung aller politischen Beschlüsse auf ihre Auswirkungen auf Frauen ein. 


Kindertagespflege bietet neben den Kitas eine alternative Möglichkeit guter frühkindlicher Bildung in kleinerem Umfeld, sie bietet auch flexiblere Betreuungszeiten und Chancen für wohnortnahe Betreuung, gerade im ländlichen Raum. Die geringe Vergütung der Tagesmütter und Tagesväter verhindert jedoch den Einstieg in diesen Beruf. Wir GRÜNEN setzen uns daher für eine Erhöhung der Mindestsätze und regelmäßige Anpassungen ein. 


10 Zuwanderung und Flucht

10 Zuwanderung und Flucht

In unserer älter werdenden Gesellschaft ist Zuwanderung notwendig. Wenn wir die Probleme einer überalternden Gesellschaft verhindern wollen, müssen wir die Integration der neuen Mitbürger als eine Chance und Aufgabe für die gesamte 
Gesellschaft begreifen. 


Zuwander*innen und geflüchtete Menschen: Willkommen heißen 


Unser Landkreis Potsdam-Mittelmark ist weltoffen und freundlich. Diese Haltung vermitteln hunderte ehrenamtliche Kräfte in zahlreichen sozialen Projekten, welche die Aufnahme von geflüchteten Menschen ermöglicht haben. Dieses hohe Gut hilft, die Aufgaben der Integration von geflüchteten Menschen zu bewältigen. 


In welcher Zahl und mit welchem Aufenthaltsstatus Menschen zu uns kommen, kann kommunalpolitisch nicht beeinflusst werden. Deshalb werden wir Grüne alle geflüchteten Menschen, die hier leben, gleich behandeln. Kommunale Veranstaltungen für Neubürger*innen wollen wir auch für Geflüchtete anbieten und dabei über Angebote und Einrichtungen in der Region informieren.

Integration in Job und Schule 


Die meisten Einwander*innen und Geflüchtete sind hochmotiviert zu lernen, um sich ein neues Leben aufzubauen. Diese Motivation wollen wir mit Unternehmen und Arbeitgebern, mit den Kammern und öffentlichen Einrichtungen aufgreifen und gemeinsam Angebote zur Integration in Schule, Beruf und das alltägliche Leben bei uns organisieren.

Schulungen, Anerkennung von Bildungsabschlüssen und Angebote für Jugendliche ohne Schulpflicht müssen mit bedacht werden. Für den Übergang von der Schule in den Beruf sind Partnerschaften mit Betrieben und Kammern hilfreich, um Ausbildung und Arbeitsmarktintegration zu ermöglichen. Wir wollen die Vernetzung stärken. Patenschaftsmodelle für die Bewerbungs- und erste Ausbildungsphase halten wir für sinnvoll. 


Wir setzen uns dafür ein, dass unabhängig vom individuellen Aufenthaltsstatus von Anfang an sowohl die Option des Spracherwerbs als auch der Arbeitsaufnahme gegeben ist. 
Viele Arbeitgeber in Potsdam-Mittelmark suchen Arbeitskräfte und Auszubildende!

Spracherwerb und Integrationskurse 


Wir begrüßen alle Angebote für den Spracherwerb. Die Sprache ist notwendige Grundlage für die Integration, sowohl beruflich wie auch in allen anderen Lebensbereichen - wie z.B. Ämtergänge, Einkäufe oder Arztbesuche. Sprachkurse bringen Menschen miteinander in Kontakt! 
Kurse in den Abendstunden können das bestehende Angebot ergänzen. 


Gute Unterkünfte sicherstellen 


Die besten Unterkünfte sind angemietete Wohnungen. Die vorhandenen Sammelunterkünfte sollen entlastet und gleichmäßig genutzt werden. Bei der Wohnungssuche arbeiten wir schon heute mit Privatbesitzer*innen und Wohnungsbaugesellschaften zusammen. Mit der Wohnungswirtschaft und dem Land wollen wir über ein kurzfristiges Wohnungsbauprogramm verhandeln.

Schulen und Kitas 


Wir wollen zusätzliche Wohnungen, Kita-Plätze und Schulen in Potsdam-Mittelmark – auch für geflüchtete Menschen. Wenn hier investiert wird, dann wird das sehr bald allen zugutekommen. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass Kinder in Kita und Schule sehr schnell die deutsche Sprache erlernen und sich in die Gemeinschaft integrieren. 


Ehrenamtliches Engagement koordinieren 


Das große ehrenamtliche Engagement bei der örtlichen Flüchtlingsbetreuung gilt es zu würdigen, zu stärken und bei Bedarf zu koordinieren. Die Einrichtung von Vernetzungs- und Koordinierungsstellen zwischen Haupt- und Ehrenamt halten wir für notwendig. Den ehrenamtlichen Betrieb zum Beispiel von Cafés und Treffpunkten für Geflüchtete sehen wir als Chance: Zum gegenseitigen Kennenlernen und kulturellen Austausch von Deutschen und Geflüchteten ebenso wie zur Vermittlung von Angeboten der Verwaltung und sozialen Einrichtungen. 


Teilhabe an Sport und Kultur 


Die Vereine haben eine wichtige gesellschaftliche Funktion; darum müssen wir sie gemeinsam mit den jeweiligen Dachverbänden des Sports, der Kultur oder der Wohlfahrt materiell und ideell unterstützen. Wir wollen Geflüchteten ein Angebot 
für eine Vereinsmitgliedschaft machen. Gemeinsame Freizeit- und Sportaktivitäten fördern den interkulturellen Kontakt und bauen so Vorurteile ab. 


Für Mitgliedsbeiträge, aber auch für Monatskarten und Eintrittskarten stehen die Mittel für Teilhabe und Bildung zur Verfügung. Zugleich möchten wir Patenschaftsmodelle anregen, die eine alltägliche Begleitung ermöglichen. Für Mitgliedsbeiträge, aber auch für Monatskarten und Eintrittskarten ist ein Pool aus Spenden wünschenswert. So können Menschen Patenschaften materiell unterstützen. 


11 Grüne Kulturpolitik

11 Grüne Kulturpolitik

Kultur macht unsere Gesellschaft erst lebenswert. Zu einer florierenden Wirtschaft gehört auch ein aktives Kulturleben, um Fachkräfte anzuziehen und in der Region zu halten. Dabei ist das gesamte Leben von Kultur durchdrungen, Kultur sollte also als Standortfaktor nicht unterschätzt werden. Wir freuen uns über die vielfältigen Initiativen die es in unserem Kreis bereits gibt, wie z.B. : 


• Freie oder örtliche Theatergruppen,
• Kinos,
• Ausstellungsräume,
• Chöre,
• Musikgruppierungen,
• Baukultur,
• Traditionsvereine,
• Bibliotheken,
• Aufführungsorte,

die sich im Spannungsfeld zwischen Hochkultur und Pop, zwischen Brandenburger Tradition und internationalem Einfluss bewegen.

Diese Initiativen sollen in unserem Kreis bestmögliche Entfaltungsbedingungen vorfinden. Durch die finanziell angespannte Lage vieler Kommunen und sozialer Einrichtungen bleibt die Lage vieler freier Kulturschaffender jedoch angespannt. Dadurch besteht die Gefahr, dass ein wichtiger Baustein der Kinder- und Jugendkultur wegbricht und die Provinz kulturell abgehängt wird. 


Wir Bündnisgrünen wollen eine bunte und vielfältige Kulturlandschaft erhalten, die nicht nur in den größeren Städten stattfindet. Kultur soll da erlebbar sein, wo Menschen sind, in den Dorfgemeinschaftshäusern, Jugendclubs, Büchereien und anderen kommunalen Einrichtungen. Wir wollen insbesondere die Schulen für mehr Kulturangebote aus unserer Region öffnen. 


Unsere Termine

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